
N°4 Vox POP - 2026
Ferien-Spezial – 2/2
Veröffentlicht am 20. August 2026 in Le Courrier Lavaux-Oron-Jorat und an 26’000 Abonnierte verteilt
Während der Schulferien wechselt die Vox-POP-Redaktion die Kulisse. Die Jugendlichen sind verstreut, teilweise mehrere hundert Kilometer voneinander entfernt – doch die Zeitung geht weiter.
Zum ersten Mal produzieren sie zwei Ausgaben aus der Ferne, von ihren verschiedenen Ferienorten aus. Reisen, Begegnungen, Entdeckungen und gemeinsam erlebte Momente werden dabei zu journalistischem Material. Zwei Ausgaben, zwei Etappen desselben Sommerabenteuers.
Eine Redaktion, die auf Kurs bleibt

Die beiden Ausgaben des Ferienspezials wurden fast parallel, aus der Ferne und während der Schulferien produziert.
Nach der Veröffentlichung des ersten Teils galt es, den Rhythmus beizubehalten: Artikel weiterzuführen, Texte und Bilder zusammenzutragen, gegenzulesen, zu korrigieren und gleichzeitig eine zweite Ausgabe vorzubereiten.
Und währenddessen gingen die Ferien weiter.
Dabei darf der Zeitplan unserer jungen Journalistinnen und Journalisten nicht vergessen werden. Familienreisen, Aktivitäten, Rückkehr aus den Ferien und nach und nach die Vorbereitungen auf das neue Schuljahr: Vox POP musste zwischen all dem seinen Platz finden.
Damit wird diese zweite Ausgabe zum eigentlichen Höhepunkt des Sommerspezials. Nicht nur, weil sie die vier Seiten mit Feriengeschichten vervollständigt, sondern weil sie zeigt, dass eine Redaktion mit jungen Menschen zwischen 10 und 15 Jahren in der Lage war, trotz sehr unterschiedlicher Rhythmen und Verfügbarkeiten über längere Zeit an einem gemeinsamen Ziel festzuhalten.
Ein grosses Dankeschön an die Familien und Angehörigen, die unsere jungen Journalistinnen und Journalisten unterstützt und damit dieses Abenteuer möglich gemacht haben. Danke euch allen!
Donovan – Hinter die Klischees schauen
Rimini könnte leicht auf das Bild eines von Touristenmassen überlaufenen Badeortes reduziert werden. Doch Donovan geht beinahe den umgekehrten Weg.
Strände natürlich, aber auch Sport, Fahrrad, Geschichte, Kino, Shopping oder Familienaktivitäten: Nach und nach zeichnet er das Bild einer lebendigen Stadt voller Überraschungen und Möglichkeiten.
Er versucht nicht, den touristischen Charakter Riminis zu leugnen. Er zeigt einfach, dass dieser allein die Stadt nicht definiert.
Seine unverhohlene Begeisterung – bis hin zu diesem „absolut FANTASTISCHEN!“ Wasser – gibt dem Text seine Energie. Indem er nacheinander Familien, Geschichtsinteressierte, Radfahrer, Kinofans oder Jogger anspricht, ermöglicht er jedem, sein eigenes Rimini zu entdecken.
In einem kurzen Kasten beendet Donovan seine Ferien beim Locarno Film Festival. Movie&Media Labs, professionelles Material, Green Screen und Begegnungen mit Filmschaffenden: Wenige Zeilen genügen, um eine ganz andere Erfahrung zu erzählen und seinen Sommer auf einer neuen Note abzuschliessen.


Ateliers und vieles mehr
Das Festival in Locarno
Vom Artikel zur Produktion der Zeitung!
Sein Besuch am Filmfestival von Locarno zeigt auch Donovans Interesse an Technologie, Bild und Kommunikationsmitteln. In den Movie&Media Labs experimentiert er mit professionellem Material, Greenscreen und der Produktion eines Tutorials.
Es ist wohl kein Zufall, dass Donovan auch einen großen Teil des Layouts der beiden Ferien-Spezialausgaben übernommen hat. Als Redaktionschef stellte er sein persönliches Interesse mit bemerkenswerter Selbstständigkeit und Entschlossenheit ein al mehr in den Dienst des Teams.

Esther – Wenn die Ferien zu Hause bleiben
Esther wählt einen Baum in ihrem Garten und eine Familientradition: Jeden Sommer beteiligt sich die ganze Familie während rund zwei Wochen an der Ernte der Kornelkirschen.
Netze unter dem Baum, ein halber Tag Arbeit für drei volle Schüsseln, danach werden die Früchte zu Gelee, Sirup, Limonade, Eis, Sorbet oder Kompott verarbeitet.
Man sieht den Baum, die Netze, die sich füllenden Schüsseln und die ganze Familie beinahe vor sich. Der Film läuft in unserem Kopf ab.
Hinter diesen kleinen roten Früchten kommt etwas viel Grösseres zum Vorschein: eine Tradition, gemeinsam geteilte Arbeit und die Belohnung nach der Anstrengung.
Esther zeigt damit, dass eine Feriengeschichte nicht davon abhängt, wie weit man gereist ist. Eine schöne Geschichte kann am Ende des eigenen Gartens beginnen.

Genussecke
Kornelkirschengelee nach Esther & Compagnie Art
Ein tolles Rezept, das aus Kornelkirschen ein köstliches hausgemachtes Gelee entstehen lässt — vorausgesetzt, man hat einen Kornelkirschenbaum im Garten ;)
Achtung! Kein einfaches Gelee!
Zutaten
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1 Liter Kornelkirschsaft
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800 g Zucker
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Saft von 1 Zitrone
Zubereitung
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Kornelkirschsaft und Zucker in einen großen Topf geben.
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Zum Kochen bringen und weiterkochen, bis das Gelee „geliert“. Währenddessen regelmäßig umrühren und abschäumen. (Dieser Schritt dauert oft länger als bei anderen Konfitüren.)
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Den Zitronensaft hinzufügen und noch kurz umrühren.
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In zuvor sterilisierte Gläser füllen und ruhen lassen.
Célia – Eine Reise spürbar machen
Mit Célia besucht man die Türkei nicht nur: Man spürt sie.
Da sind die alten Steine von Hierapolis, das riesige Theater, das Domitianstor, die grossen Eidechsen zwischen den Ruinen und schliesslich die natürlichen Terrassen von Pamukkale.
Doch vor allem die Empfindungen geben dem Bericht seine Kraft.
Die Hitze ist „erdrückend“. Man muss bergauf gehen. Man trocknet aus. Die Steine strahlen ihre Wärme ab. Und nach der Anstrengung kommt die Erfrischung durch das Wasser der Becken.
Dann folgt die Belohnung: das Licht am Ende des Tages, die Sonne, die sich im Wasser spiegelt, und die Travertinterrassen, die Célia „schlichtweg begeistert“ haben.
Célia erzählt uns nicht nur, was sie gesehen hat. Sie versetzt uns nach und nach in die Atmosphäre ihrer Reise.
Eine Reise in die Vergangenheit, voller intensiver Eindrücke erzählt, die Lust macht, sie auf die Liste einer zukünftigen Reise zu setzen.


Jules – die Reise geht auch durch den Magen
Für seinen Aufenthalt in Portugal wählt Jules drei Restaurants aus und wird zum Restaurantkritiker. Doch zunächst setzt er die Kulisse: Strand, Sonnenuntergang, eine Terrasse fast mit den Füssen im Sand … eine paradiesische Umgebung.
Vom feierlichen Ton eines Reiseführers keine Spur: Personal, das in der Küche lacht, eine „laaaange“ Wartezeit, ein Tiefseefisch mit „hässlichem Gesicht“, eine Fassade, die eine Reinigung vertragen hätte … Jules beobachtet alles.
Als Feinschmecker mit kritischem, aber nachsichtigem Blick weist er auf Schwächen hin, ohne das Wesentliche aus den Augen zu verlieren: die Freude am Entdecken, Probieren und Teilen.
Beim Lesen kann man ihn förmlich dabei beobachten, wie er die Gerichte ebenso geniesst wie das Erzählen: Garnelen mit Honig, Seeteufel, Cataplana … und natürlich Oktopus.
Ja, der berühmte Oktopus ist zurück. Und diesmal auf Jules’ Teller. Damit schliesst sich der Kreis. Und Jules scheint ihn wirklich zu lieben.
Die beiden Ausgaben, endlich vereint

Fast parallel, aus der Ferne und während der Ferien produziert, sind die beiden Teile des Ferienspezials hier zum ersten Mal vereint.
Dieses Bild steht für den Abschluss einer gemeinsamen Herausforderung: bis zur zweiten Ausgabe auf Kurs zu bleiben – trotz Ferien und bevorstehendem Schulbeginn.

Was wir beobachten
Dieser zweite Teil des Ferienspezials liefert mehrere interessante Beobachtungen.
Die erste betrifft die Art des Erzählens.
Die jungen Journalistinnen und Journalisten beginnen, sehr persönliche Erzählweisen zu entwickeln.
Donovan nimmt einen bekannten Ferienort und zeigt dessen Vielfalt. Esther verwandelt eine Familientradition in eine Geschichte. Célia baut ihren Reisebericht auf Empfindungen auf. Jules macht seinen Humor und seinen persönlichen Blick zum Motor seiner Restaurantkritik.
Das Thema zählt. Aber ebenso wichtig ist der Blick dessen, der davon erzählt.
Von Ausgabe zu Ausgabe werden individuelle Handschriften erkennbar.
Die zweite Beobachtung betrifft die Funktionsweise der Gruppe.
Eine Ausgabe zu produzieren ist eine Sache. Eine zweite fast gleichzeitig, während der Ferien und kurz vor Schulbeginn zu produzieren, ist eine andere.
Nr°4 zeigt, dass die Redaktion zunehmend in der Lage ist, trotz individueller Einschränkungen an einem gemeinsamen Ziel festzuhalten. Nicht alle haben denselben Zeitplan. Nicht alle arbeiten zur selben Zeit. Am Ende finden die einzelnen Beiträge dennoch zusammen und ermöglichen, dass die Zeitung entsteht.
Auch das bedeutet, gemeinsam arbeiten zu lernen. Wieder einmal eine schöne Demonstration von Teamarbeit.
Das gilt für die Journalistinnen und Journalisten vor Ort ebenso wie für die Redaktionsleitung am Steuer: Artikel und Fotos produzieren, Beiträge zusammentragen, gegenlesen, gestalten, korrigieren …
Kurz gesagt: BRAVO an alle!
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Die Zusammenarbeit mit Le Courrier Lavaux-Oron-Jorat
Vox POP erscheint einmal im Monat als Beilage im Le Courrier Lavaux-Oron-Jorat, der seit 76 Jahren die Zeitung des Bezirks ist.
Diese Zusammenarbeit verankert das Projekt in einer konkreten redaktionellen Realität: Die Jugendlichen wissen, dass sie gelesen werden. Das erzeugt — so Thomas Zoller — « eine zusätzliche positive Spannung ».
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