
Die Redaktion in Aktion
ein Blick hinter die Kulissen
Vox POP – Die 100%-Jugendredaktion formiert sich
Sieben junge journalisten von 10 bis 14. Ein Mittwoch pro Woche. Eine echte Redaktion, eine echte Zeitung.
Die Idee
Was wäre, wenn wir nicht über die Jugend sprächen, sondern ihr eine Stimme gäben?
Das ist das Wagnis von Vox POP: die Rollen zu übertragen, die Werkzeuge bereitzustellen, sie einfach machen zu lassen – und das Ergebnis in einer echten Zeitung zu veröffentlichen, die von echten Lesern gelesen wird.
Das Projekt entstand aus einer Idee von Sonia Biétry und Thomas Zoller und wurde von der Zeitung Courrier Lavaux sowie dem Kanton Waadt im Rahmen seines Programms zur Förderung lokaler Medien unterstützt.
Ziel des Projekts ist es, junge Menschen im Waadtland für lokale Nachrichten zu begeistern, indem sie direkt in deren Produktion eingebunden werden.
Mittwochs beginnt es am Tisch.
Jeden Mittwoch beginnt der Tag mit einem gemeinsamen Essen – alle zusammen, vor der Sitzung um 13 Uhr.
Ein Detail, das nicht unerheblich ist : An diesem Tisch wurden Bindungen geknüpft, Persönlichkeiten offenbart und die Fähigkeiten jedes Einzelnen begannen sich zu zeigen.
So fand die Gruppe sehr schnell zusammen.

Mathieu und seine berühmte Erdbeertorte
Schon beim ersten Treffen brachte Mathieu etwas mit, das schnell zur Tradition werden sollte: eine Erdbeertorte. Und was für eine Torte! So lecker, dass sie im Handumdrehen zu einem festen Bestandteil der Redaktion wurde – fast genauso sehnsüchtig erwartet wie die Redaktionskonferenzen.
Sogar an Thomas' Geburtstag zog diese wahre Kalorienbombe alle Blicke auf sich und stahl ein Stück weit die Show.
Danke, Mathieu – und danke, Sonia, für die Kerzen!
So funktioniert unsere Redaktion
Die Chefredakteurin und ihre Stellvertreterin werden vom gesamten Team gewählt.
Alle weiteren Funktionen – Redaktionsleiter, Art Director, Korrektor, Verantwortliche für Inhalte und Kolumnistin – werden entweder auf Wunsch der Teilnehmenden oder durch die Chefredakteurin vergeben.
Eine Redaktion – sieben Jugendliche – sieben Rollen
Jeden Mittwochnachmittag treffen sich unsere sieben Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten im Alter von 10 bis 14 Jahren in der Redaktion des Courrier Lavaux-Oron-Jorat in Forel.
Die Aufgaben werden entsprechend den Interessen, Talenten und Stärken jedes Einzelnen verteilt. Natürlich gibt es eine Hierarchie, doch wie Thomas gerne sagt, ist sie „eher kreisförmig als vertikal.“
Unser Team
Célia (14) – Chefredakteurin
Alix (10) – Stellvertretende Chefredakteurin
Zosia (12) – Verantwortliche für Inhalte
Donovan (11) – Redaktionsleiter
Mathieu (11) – Art Director
Jules (13) – Korrektor und Autor
Esther (12) – Kolumnistin
Die Entstehung von Vox POP
Unsere jungen Journalistinnen und Journalisten schreiben ihre Artikel selbst, fotografieren, führen Interviews vor Ort und gestalten ihre Seiten, bevor diese in den Druck gehen.
Ein echter journalistischer Arbeitsablauf.
Sämtliche Texte und das Layout werden mit MagTuner erstellt. Die Plattform bündelt Texte, Fotos und redaktionelle Ressourcen und ermöglicht gleichzeitig den Fernzugriff für alle Mitglieder der Redaktion.
Alle Inhalte können geteilt, archiviert und für zukünftige Ausgaben wiederverwendet werden. In unserer Redaktion nennen wir diesen gemeinsamen Speicher „den Kühlschrank“.
Und wie jeder gut gefüllte Kühlschrank war auch dieser schon bald voller spannender Inhalte. Die Herausforderung besteht nun darin, sie sinnvoll zu nutzen, bevor sie ihre Aktualität verlieren.
Abschluss, Korrektur und Freigabe
Sobald die Seiten in MagTuner zusammengestellt sind, beginnt einer der wichtigsten Schritte des redaktionellen Prozesses: die Korrektur.
Der Art Director überprüft die Bildauswahl und die Qualität der Fotos, während der Redaktionsleiter die Inhalte, Überschriften, Untertitel, Bildlegenden und die allgemeine Kohärenz der Zeitung kontrolliert.
Anschliessend übernimmt das Team des Courrier die Endredaktion und prüft die gesamte Ausgabe sorgfältig. Rechtschreibung, Typografie, Layout und redaktionelle Qualität werden bis ins Detail kontrolliert, bevor die letzten Korrekturen eingearbeitet und das endgültige PDF erstellt wird.

Liebe zum Detail
Alle Texte werden sorgfältig gelesen und gewissenhaft korrigiert. Perfektion? Nein.
Wie Arvid gerne sagt, gehören die wenigen kleinen Fehler einfach dazu. Sie zeigen, dass die Texte nicht von einer Maschine, sondern von jungen Menschen geschrieben wurden.
Deshalb nehmen wir unsere Unvollkommenheit mit Bescheidenheit an – und wollen es beim nächsten Mal noch besser machen.
Nach der Freigabe durch das Team des Courrier erhält die Ausgabe ihre endgültige Genehmigung von Chefredakteurin Célia, bevor sie in den Druck geht. Wenige Tage später wird die Zeitung an über 26.000 Abonnentinnen und Abonnenten in der Region verteilt.
Nachbesprechung und kritische Reflexion
Mit dem Erscheinen der Zeitung endet das Abenteuer nicht.
Nach jeder Veröffentlichung trifft sich die Redaktion erneut, um ihre Arbeit zu analysieren und Verbesserungsmöglichkeiten für die nächste Ausgabe zu identifizieren. Diese Nachbesprechung ist ein wesentlicher Bestandteil des Lernprozesses.
Erfolge werden gewürdigt, Schwierigkeiten und Fehler jedoch ebenso offen angesprochen.
Mit Ehrlichkeit, Respekt und viel Wohlwollen wird jede und jeder dazu eingeladen, die eigene Arbeit ebenso kritisch zu betrachten wie die des gesamten Teams.
Eine anspruchsvolle, aber stets bereichernde Übung
Von Ausgabe zu Ausgabe entwickelt sich die Redaktion weiter und stärkt dabei eine der wichtigsten journalistischen Fähigkeiten: die Bereitschaft, die eigene Arbeit immer wieder zu hinterfragen.
Beobachtung: "als läge die Antwort bereits in ihnen"
Nach mehreren Monaten gemeinsamer Arbeit bestätigt sich ein Eindruck immer wieder:
Diese Organisationsform fühlte sich von Anfang an erstaunlich stimmig an.
Jede und jeder fand ganz selbstverständlich seinen Platz innerhalb der Gruppe und konnte gleichzeitig die eigenen Fähigkeiten weiterentwickeln.
"Was mich am meisten beeindruckt“, erklärt Thomas, „ist, wie gut jede und jeder Einzelne die eigenen Stärken, Grenzen und Interessen kennt. Junge Menschen wissen oft viel besser, als wir glauben, was ihnen liegt und wie sie sich in ein Team einbringen können.“
Die Erfahrung zeigt ausserdem, dass ein klarer Rahmen, eindeutig definierte Verantwortlichkeiten und ein offener Dialog es allen erleichtern, ihren Platz innerhalb der Gruppe zu finden.
Eine Erkenntnis, die nicht nur für junge Menschen gilt. Vielleicht sind sie einfach offener für diesen Prozess und weniger von Vorurteilen oder gesellschaftlichen Erwartungen geprägt. Eine wertvolle Inspiration für uns Erwachsene.
Unsere jungen Journalistinnen und Journalisten in Aktion
Chefredakteurin Célia und ihre Stellvertreterin Alix nehmen an einer Videokonferenz mit Donovan, dem Redaktionsleiter, teil. Er befindet sich zu diesem Zeitpunkt im Rahmen eines Sprachaustauschs in der Deutschschweiz.
Gemeinsam besprechen sie die letzten Änderungen und treffen die redaktionellen Entscheidungen, die für den Abschluss der ersten Ausgabe notwendig sind.
Währenddessen gibt das restliche Redaktionsteam seinen Artikeln den letzten Schliff, während Jules, unser Korrektor, die Texte sorgfältig vor der Veröffentlichung überprüft.
Auf dem Bildschirm ermöglicht die Redaktionsplattform MagTuner, den Fortschritt aller Inhalte zu verfolgen, Korrekturen zu koordinieren und das Layout der Zeitung vorzubereiten.
Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit zeigt eindrucksvoll den Ernst, das Engagement und die Sorgfalt, mit denen unsere jungen Journalistinnen und Journalisten den gesamten redaktionellen Prozess begleiten.

Ein Schlüsselmoment für die Entwicklung des Projekts
Die direkte Beteiligung von Arvid Ellefsplass, Chefredaktor des Courrier Lavaux-Oron-Jorat, an der Arbeit der gesamten Redaktion war ein wichtiger Meilenstein für das Projekt.
Dieser Austausch verankerte die Zeitung noch stärker in ihrer lokalen Umgebung und prägte ihren redaktionellen Charakter von Anfang an.
Das Ergebnis dieses Treffens beeindruckte Arvid Ellefsplass so sehr, dass er die Erfahrung in seinem Editorial vom 21. Mai 2026 im Courrier Lavaux-Oron-Jorat als "beeindruckend“ beschrieb.
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Die Zusammenarbeit mit Le Courrier Lavaux-Oron-Jorat
Vox POP erscheint einmal im Monat als Beilage im Le Courrier Lavaux-Oron-Jorat, der seit 76 Jahren die Zeitung des Bezirks ist.
Diese Zusammenarbeit verankert das Projekt in einer konkreten redaktionellen Realität: Die Jugendlichen wissen, dass sie gelesen werden. Das erzeugt — so Thomas Zoller — « eine zusätzliche positive Spannung ».
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